Projekte des Biosphärenreservates

Eine Überblick über die bereits verwirklichten und aktuellen Projekte können Sie sich in der Projektliste. Eine kleine Auswahl von Projekten stellen wir Ihnen hier vor:

Redynamisierung der Großen Spree

(Beginn 2012, aktuell läuft die technische Planung (Stand: Juni 2015))

Partner: Landestalsperrenverwaltung Spree/Neiße
             Deutsche Bundesstiftung Umwelt – Naturerbe GmbH

Koordination: Staatsbetrieb Sachsenforst - Biosphärenreservatsverwaltung, Ansprechpartner: Dr. Jan Peper (jan.peper@smul.sachsen.de)

Die Große Spree ist der bedeutendste Fluss im Biosphärenreservat, aber in einem unbefriedigenden ökologischen Zustand. Wehre und Sohlschwellen verhindern hier, dass Fische wandern können. Die umgebenden Auen werden nur noch selten überflutet, so dass die fluss- und auentypischen Lebensräume nur noch rudimentär vorhanden sind. Daher möchte die Biosphärenreservatsverwaltung gemeinsam mit den Projektpartnern die Spree und ihre Aue wieder in einen guten ökologischen Zustand bringen. Konkret sollen damit die EU-Wasser-Rahmenrichtlinie und die FFH-Richtlinie umgesetzt werden.
Da naturnahe Tieflandsflüsse und Auen sich durch eine große Dynamik in der Laufentwicklung und im Überflutungsgeschehen auszeichnen, wird die geplante Renaturierung konkret als Redynamisierung bezeichnet – Aue und Fluss sollen wieder „leben“. Zwischen den Ortschaften Lömischau und Lieske werden zur Zeit 11 Maßnahmen von einem Ingenieurbüro geplant. Kernstück sind zwei alte Altwasserschleifen, durch die in Zukunft wieder die Spree fließen soll. Damit wird der Fluss fast 1,5 km länger. Drei andere Altwässer sollen häufiger überflutet werden, Auwälder und Wiesen durch Abtrag von Uferwällen mit dem Fluss vernetzt werden. Wehre und Sohlschwellen werden rückgebaut oder umgestaltet, so dass Fische und aquatische Kleinlebewesen wieder wandern können. Begleitend werden Flächen am Spreeufer erworben, damit der Fluss Raum für eine eigendynamische Entwicklung bekommt. Mittendrin liegt Halbendorf/Spree, welches häufig von Hochwasser heimgesucht wird. Im Rahmen des Projektes soll hier nun auch eine Hochwasserschutzanlage errichtet werden. Damit werden sowohl die Bedingungen für die Naturentwicklung als auch für die Bewohner der Spreeaue im Biosphärenreservat verbessert.

Insel Lange Liebe (Große Spree) (Foto: Dr. Jan Peper)

Ackerwildkrautprojekt (seit 1993)

Im Biosphärenreservat läuft seit 1993 ein Projekt zur Erhaltung stark gefährdeter Ackerwildkrautgesellschaften.

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Ackerwildkräuter, die einst unsere Äcker in großer Zahl schmückten, sind heutedurch die modernen Bewirtschaftungsformen der Landwirtschaft bedroht. Von etwa 300 Ackerwildkrautarten sind seit 1950 in Deutschland 16 Arten ausgestorben und 82 in ihrer Existenz stark gefährdet. Auch in Sachsen sind die Verluste bei Ackerwildkräutern besonders hoch. Dabei sind Ackerwildkräuter alles andere als nur Unkraut.Ihre Funktion als Zeugen der Kulturgeschichte, Genreserve, Nützlingsförderer und Lebensgrundlage vieler Tiere ist eine große Bedeutung beizumessen. Im Biosphärenreservat läuft seit 1993 ein Projekt zur Erhaltung stark gefährdeter Ackerwildkrautgesellschaften. Auf ausgewählten Äckern (ca. 20ha), mit Restvorkommen gefährdeter Ackerwildkräuter, werden regelmäßige botanische Untersuchungen vorgenommen. Die Biosphärenreservatsverwaltung empfiehlt den Landwirtschaftsbetrieben für diese Feldstücke extensive Bearbeitungsgänge. Durch diese Art der Bewirtschaftung sowie durch Aushagerung und den Verzicht auf Wildkrautbekämpfung sind mittlerweile 200 Gefäßpflanzenarten, darunter 12 Arten der Roten Listen und 6 Arten der Vorwarnlisten, nachzuweisen. Von dieser Maßnahme profitieren auch zahlreiche seltene Insekten und Vögel.

Kornrade im Weizenfeld

Kornrade im Weizenfeld (Foto: Bodo Hering)

Artenschutzprojekt Wiedehopf (seit 2005)

In der Bergbaufolgelandschaft sind natürliche Brutmöglichkeiten für die Vogelart Wiedehopf kaum vorhanden. Der Lebensraum verschlechtert sich durch Sukzession zunehmend. Ziel des Projektes ist es, den Wiedehopf durch den Bau von Nisthilfen in der Bergbaufolgelandschaft wieder anzusiedeln.

Projektbeschreibung

Wiedehopf in der Bruthöhle

Wiedehopf in Bruthöhle (Foto: Herbert Schnabel)

Betreuung der Amphibienwechsel an Straßen

Das Projekt bemüht sich um den Erhalt von Amphibienbeständen. Abhängig von der Geschwindigkeit, die die Amphibien zurücklegen können, vor allem Molche sind sehr langsam, werden viele Amphibien beim Überqueren von Straßen getötet. Bei einer Fahrzeugfrequenz von 1 Auto/Minute schaffen es nur 10 % der Amphibien die Straße lebend zu überqueren.

Projektbeschreibung

Wechselkröte

Wechselkröte (Foto: Biosphärenreservat)

BioKarpfen (seit 2006)

Das Ziel dieses Projektes ist die Förderung der Produktion eines ökologisch erzeugten Nahrungsmittels. Mit dem in der Oberlausitz gezogenem Biokarpfen wird ein neuer Weg beschritten, um die Fischereiwirtschaft zu einem zukunftsfähigen, nachhaltigen Wirtschaftszweig zu entwickeln.

Projektbeschreibung

BioKarpfen

Aus der Kampagne „Biokarpfen“ (Foto: Förderverein für die Natur der Oberlausitzer Heide– und Teichlandschaft e.V.).

Erhaltung alter Getreidesorten (seit 1997)

Dieses Projekt fördert gefährdete Ackerwildkrautarten und dient dem Erhalt und der Verarbeitung alter, regionaltypischer Getreidesorten. Auf wechselnden Standorten werden Sorten wie Jägers Norddeutscher Champagnerroggen und Alter Pommerscher Dickkopfweizen angebaut.

Projektbeschreibung

Kinder entfernen Fremdgetreide

Kinder entfernen Fremdgetreide aus einem Weizenfeld (Foto: Bodo Hering)

Fischaufstiegshilfen (Fischtreppen)

Alle wandernden Fischarten und weitere für Fließgewässer typische Tierarten sind auf „durchgängige“ Gewässer angewiesen. Im Biosphärenreservat wurde der Weg von 25 unüberwindbaren Wehren oder anderen Querbauwerken versperrt. Das Projekt zielt auf die Schaffung barrierefreier Fließgewässer ab.

Projektbeschreibung

Fischtreppe Uhyst

Fischtreppe bei Uhyst (Foto: Bodo Hering)

Fischotterdurchlässe (seit 1992)

Dieses Projekt zielt auf den Schutz einer gefährdeten, besonders geschützten Säugetierart ab. In der Teichlausitz werden jährlich zwischen 30 und 40 Fischotter Opfer von Verkehrsunfällen, der Verkehrstod ist Haupttodesursache. Zur Vermeidung von Unfallopfern ist es daher notwendig dem Fischotter günstige Bedingungen für den Wechsel von Straßen anzubieten.

Projektbeschreibung

Fischotterdurchlass

Fischotterdurchlass bei Klix (Foto: Bodo Hering)

Jahreswettbewerb „Schönster Hofbaum gesucht“ (2007)

Alte Bäume haben die Menschen schon immer fasziniert. Die Biosphärenreservatsverwaltung hat sich daher in ihrem Jahreswettbewerb 2007 auf die Suche nach Hofbäumen begeben. Nach Bäumen, die vor ca. 100, 200 Jahren gepflanzt wurden, heute als majestätische Gebilde das Dorf beleben, die eine Geschichte erzählen können, Mittelpunkt des Hofes und Bestandteil des Familienlebens sind.

Projektbeschreibung

Spitzahorn

Spitzahorn in Hermsdorf bei Lohsa (Foto: Bodo Hering)

Pflanzung von Laub- und Obstbaumalleen (2008)

Blühende Obstbäume im Frühjahr erfreuen die Menschen seit jeher und geben sie der Landschaft ein eigenes, charakteristisches Gepräge. Darüber hinaus bieten nicht nur die Obst-, sondern auch die Laubbaumalleen vielen heimischen Tierarten einen wichtigen Lebensraum.

Projektbeschreibung

Birnbäume bei Brehmen

Birnbäume bei Brehmen (Foto: Bodo Hering)

Umsetzung von Moorpflanzen aus künftigen Tagebauflächen (2004)

Durch die Erweiterung des Tagebaues Nochten sind die Jeseritzen bei Weißwasser, eines der drei wertvollsten sächsischen Moore, zum Abbau vorgesehen. Für die Biosphärenreservatsverwaltung, aber auch für andere Naturschutzeinrichtungen, war dies Anlass, die Umsetzung der wertvollsten Pflanzenbestände vorzunehmen. Damit sollten Pflanzen nicht nur gerettet, sondern vor allem ihr Genmaterial gesichert werden.

Projektbeschreibung

Schaumoor Wollgras

Wollgras im Schaumoor Wartha (Foto: Dirk Weis)

Moorveilchen- Projekt

 Die Verwaltung des Biosphärenreservates hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bestand der Moorveilchen (Viola uliginosa) in Kreba und Mücka zu sichern und seine Ausbreitung zu unterstützen. In Deutschland kommt das Moorveilchen nur noch im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft vor.

Projektbeschreibung

 Dirk Weis )

Moorveilchen in Mücka  (Foto: Dirk Weis)

Wacholderprojekt

Das Vorkommen des Gemeinen Wacholders (Juniperus communis) ist in Sachsen stark gefährdet, nachdem er einst fast flächendeckend verbreitet war. Mit verschiedenen Maßnahmen versucht das Biosphärenreservat den Gemeinen Wacholder zu erhalten und seine Ausbreitung zu fördern. 

Projektbeschreibung

 Peter Ulbrich)

Gemeiner Wacholder (Foto: Peter Ulbrich)

Bienenweide und Imkerei

Durch den überwiegenden Anbau von Mais, Raps und Getreide auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen finden neben Wildinsekten auch Honigbienen nach der Rapsblüte kaum noch Blühpflanzen. Deshalb startete die Biosphärenreservatsverwaltung im Herbst 2010 das Projekt zur "Förderung der Imkerei".

Projektbeschreibung

 Biosphärenreservat)

Biene auf Kornblume (Foto: Biosphärenreservat)

Wiederansiedlung von Arnika und Wiesensiegwurz

Sowohl die Arnika als auch der Wiesensiegwurz sind zwei Arten, die in Deutschland nur noch selten vorkommen. Deshalb bemüht sich die Biosphärenreservatsverwaltung beide Arten wieder an geeignete Standorte anzusiedeln.

Projektbeschreibung

 Dirk Synatzschke)

Blühende Arnika in der Königsbrücker Heide (Foto: Dirk Synatzschke)

 

 

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